Das 3. Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte wirft seine Schatten voraus: In Kooperation mit Thüringens französischer Partnerregion Picardie wird die Ausstellung „Kampf und Leid. Combattre et subir“ vom 15. Oktober bis zum 20. November 2011 in der Kunsthalle Harry Graf Kessler Weimar zu sehen sein. Durch die Partnerschaft der beiden Regionen ermöglicht, werden so erstmals in Thüringen über hundert Exponate aus dem Historial de la Grande Guerre in Péronne gezeigt, die das Thema der Gewalt im Ersten Weltkrieg unter verschiedenen Gesichtspunkten illustrieren. Als erste Veranstaltung des diesjährigen Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte findet die Vernissage am Freitag, 14. Oktober 2011 um 16:00 Uhr statt.

Das Historial de la Grande Guerre entstand 1992 auf Initiative des Generalrates des Département Somme in Péronne, einer Stadt in unserer thüringischen Partnerregion Picardie. Das Historial, dessen Name sich aus den Begriffen für „Geschichte“ und „Gedenkstätte“ zusammensetzt, erinnert an einen der schrecklichsten Momente des Ersten Weltkrieges: der Schlacht an der Somme, bei der zwischen Juli und November 1916 mehr als eine Million Tote, Verwundete und „Vermisste“ zu beklagen waren. Ein mittelalterliches Schloss wurde in Péronne mit einem modernen Anbau versehen, der ein Museum beherbergt, das als wegweisend für die Präsentation von Kriegsgeschichte angesehen werden kann Auf 1.800m2 erzählt es die Geschichte der drei wichtigsten kriegführenden Nationen an der Westfront: Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Anhand von ausgewählten Objekten der 60.000 Stücke umfassenden Sammlung erhält der Besucher einen Einblick in den Alltag der Soldaten und den Verlauf des Kriegsgeschehens. Parallel dazu erfährt man Grundzüge des kulturellen, künstlerischen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens von 1900 bis 1930 in den drei Ländern. Ein angegliedertes internationales Forschungszentrum betreibt komparative Geschichtsforschung, um den Konflikt zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus den nationalen Grenzen zu lösen und als europäisches Phänomen zu betrachten. Das Historial hatte 2009 73.500 Besucher, 2010 waren es 69.000.

Das dritte Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte findet vom 4. bis 6. November 2011 statt. Thema: „GEWALTMENSCHEN MENSCHENGEWALT“. Eröffnung des Filmfestes am 3.11.2011

Weimars internationales Geschichtsfest wird nicht nur die grausamen Dimensionen der Gewalt in der Geschichte thematisieren, sondern auch nach ihren anthropologischen Ursprüngen und ihrem befreienden Potenzial fragen. In rund 20 Podiumsdiskussionen und Vorträgen werden beim Weimarer Geschichtsfest Spannungen zwischen Freiheit und Gewalt, Schönheit und Gewalt, «legitimer» und «illegitimer» Gewalt ausgelotet - die Beziehung zwischen Medien und Gewalt, Sprache, Literatur und Gewalt, Gewalt und Versöhnung dargestellt. Der Bogen reicht vom Mittelalter bis ins Jahr 2011 und ist geographisch nicht eingegrenzt. Der Fokus aber liegt primär auf Europa - insbesondere auf den Ländern des Weimarer Dreiecks - und zudem auf Weimar und Thüringen.

Pressemeldung vom 12. Oktober 2011
„Kampf und Leid. Combattre et subir“: Ausstellung über Ersten Weltkrieg aus Frankreich zu Gast beim Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte

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