SONNTAG, 15 NOV 2015

MIT EINEM KLICK AUF DIE EINZELNEN VERANSTALTUNGEN ERFAHREN SIE MEHR.

11 Uhr | Eckermann-Buchhandlung Weimar
Podium

ZUKUNFTSVORSTELLUNGEN IN RELIGIONEN: APOKALYPSEN – PARADIESE – EWIGES LEBEN

Prof. Dr. Katharina Waldner, Prof. Dr. Sabine Schmolinsky, Matthias Rekow M.A. (alle Erfurt)
Moderation: Prof. Dr. Susanne Rau (Erfurt)


Religiöse Gruppen haben im Grunde die ersten kollektiven Reflexionen über die Zukunft menschlicher Existenz angestellt. Genesis-Mythen reichen in die Vergangenheit zurück und ergründen, woher der Mensch kommt, während Vorstellungen über Paradies, Erlösung, Apokalypsen und jüngste Gerichte die individuelle wie kollektive Zukunft der Gläubigen ausmalen. Auf dem Podium werden Zukunftsvorstellungen von religiösen Gruppen aus allen geschichtlichen Epochen diskutiert.

11:30 Uhr | Treffpunkt: Foyer des DNT
Stadtspaziergang
carte blanche Verein Weimarer Republik e.V.
in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung

SPURENSUCHE 1919

Dauer: ca. 90 Minuten

mit den Schauspielern Klaus Heydenbluth (Nordhausen), Gunthart Hellwig, Katrin Heinke, Fernando Blumenthal (alle Erfurt), Heike Meyer (Weimar)

Die beschauliche Stadt Weimar wurde 1919 zum Schauplatz eines politischen Ereignisses von nationalem und sogar internationalem Interesse. Hier erhielt das Deutsche Reich nach dem verlorenen Krieg eine neue Verfassung. Aus diesem Grund strömten hunderte Spitzenpolitiker und Journalisten aus aller Welt nach Weimar. Die Atmosphäre dieser belebten Zeit können Sie im Rahmen unseres Stadtspaziergangs erleben. Schauspieler werden Sie an Originalschauplätzen der Innenstadt in die damaligen Ereignisse entführen und Ihnen einen Eindruck von der Entstehung der ersten deutschen Demokratie geben.

12 Uhr | Stadtmuseum Weimar
Podium

WUNDERKAMMER – ARCHIV – LERNORT.
DAS MUSEUM ALS MEDIUM KULTURELLER BILDUNG

Dr. Alf Rößner, Dr. Folker Metzger (beide Weimar)
Moderation: Dr. Justus H. Ulbricht (Dresden)

Die Diskussion um „Bildung“ ist in unserer Gesellschaft omnipräsent und wird in der Regel hoch emotional geführt. Der traditionelle Bildungsbegriff aus „klassischer Zeit“, der auf den ganzen Menschen und dessen Humanisierung zielt, scheint sich dabei zum Konzept der „Selbstoptimierung“ oder „Kompetenzaneignung“ verflüchtigt (verändert?) zu haben. Dauerexperimente in den Bildungsinstitutionen unserer Gesellschaft haben diese zu schlichten Ausbildungsinstitutionen gemacht. Zugunsten von Rationalisierung, Ökonomisierung und „Wettbewerbsvorteilen“ verschwindet – so scheint es – der ursprüngliche, emphatische Kern der Bildungsidee: die Humanisierung des Menschen und der Gesellschaft.
Wie aber könnte eine inspirierende, zukunftsfähige Formulierung von „Bildung“ aussehen? Und welche Rolle spielen dabei Museen als Orte kulturellen Lernens und als Archive des kulturellen Gedächtnisses?

13 Uhr | Eckermann-Buchhandlung Weimar
Podium

WELCHE ZUKUNFT FÜR DAS KLIMA? WELCHES KLIMA FÜR DIE ZUKUNFT ?

Prof. Dr. Claus Leggewie, Dr. Franz Mauelshagen (beide Essen)
Moderation: Prof. Dr. Dirk van Laak (Gießen)


Bis vor wenigen Jahren galten Wetter und Klima für etwas, das weit außerhalb der menschlichen Verfügungsgewalt liegt. Mit den Erkenntnissen über einen durch den Menschen hervorgerufenen Klimawandel änderte sich dies grundlegend. Denn damit wurde deutlich, dass die Menschheit das Klima und damit das Schicksal von Millionen Menschen beeinflussen kann. Die Zukunft des Klimas liegt nicht mehr allein in der Willkür der Natur, sondern in der politischen und technologischen Handlungsfähigkeit des Menschen. Technologische Zukunftsentwürfe wie die Umstellung auf 100% regenerative Energie und politische Projekte wie die deutsche Energiewende oder globale Klimapakte waren die Folge. Technologische Großprojekte erlebten eine Renaissance, wie die Pläne des Desertec-Konsortiums für gigantische Solarkraftwerke in der Sahara. Und ganz aktuell sucht der Weltklimagipfel in Paris nach einem internationalen Konsens für den Schutz unseres Klimas.

14 Uhr | Stadtmuseum Weimar
Podium
carte blanche Verein Weimarer Republik e.V.

ZUKUNFT IST RELATIV – ZUKUNFTSVISIONEN IN DER WEIMARER REPUBLIK

Dr. Rüdiger Graf (Potsdam), Prof. Dr. Ulrich Sieg (Marburg)
Moderation: Prof. Dr. Michael Dreyer (Jena)

Vor dem Hintergrund der Novemberrevolution, dem großen Wahlerfolg der Weimarer Koalition und der Gründung der ersten deutschen Demokratie klingt es fast paradox: Der Liberalismus steckte in der Weimarer Republik in der Krise. Nicht Demokratie und freiheitliche Bürger- und Menschenrechte galten als die Grundprinzipien der politischen Zukunft, vielmehr sympathisierten immer mehr Menschen mit neuartigen Zukunftsvisionen. Während der Liberalismus als Idee des „alten Jahrhunderts“ verstanden wurde, weckten der Kommunismus, Faschismus und die Konservative Revolution den Anschein, junge und kraftvolle Bewegungen zu sein, welche die Antworten auf die Fragen der Zeit besäßen.

15 Uhr | Eckermann-Buchhandlung Weimar
Podium

KINDER OHNE ZUKUNFT ?
BESATZUNGSKINDER IN DEUTSCHLAND, POLEN UND FRANKREICH NACH 1945

Prof. Dr. Silke Satjukow (Magdeburg), Prof. Dr. Maren Röger (Augsburg)
Moderation: Dr. Agnès Arp (Jena)


Besatzungskinder kannte ganz Europa nach dem Krieg. In allen kriegsbeteiligten Ländern gab es eine erhebliche Zahl an Kindern, die aus – teils freiwilligen, teils unfreiwilligen – Verbindungen zwischen Besatzern und einheimischen Frauen hervorgegangen waren. Allein die deutschen Wehrmachtsangehörigen und Zivilbesatzer sollen bis zu eine Million Kinder gezeugt haben, wovon 100.000 in Frankreich vermutet werden. In Polen war ihre Zahl aufgrund des strikten Umgangsverbotes deutlich niedriger. In Deutschland sind 400.000 Kinder auf die Welt gekommen, gezeugt von Angehörigen aller Besatzungsarmeen. Für diese Kinder schien es nach dem Krieg keine Zukunft zu geben, da sie nicht selten von ihren Müttern und der Bürokratie abgelehnt wurden. Ein brisantes Thema, dem wir mit Blick auf die Besatzungskinder in Frankreich, Deutschland und Polen nachgehen wollen.

16 Uhr | Stadtmuseum Weimar
Vortrag

„I HAVE A DREAM“ – EINE ZUKUNFT OHNE RASSISMUS?

Prof. Dr. Michael Dreyer (Jena)

Anfang der 1960er Jahre artikulierte sich in den USA die Hoffnung der Afroamerikaner auf eine Zukunft ohne Rassismus. 2008 schien diese Hoffnung weitgehend erfüllt, als mit Barack Obama der erste afroamerikanische Präsident ins Weiße Haus einzog. Doch in den letzten Jahren machten rassistische Polizeigewalt und andere Vorkommnisse Schlagzeilen, die daran zweifeln lassen, dass der Rassismus als soziales und strukturelles Problem in den USA tatsächlich überwunden ist. Eine Bilanz von 60 Jahren Bürgerrechtsbewegung, ihren Hoffnungen und Enttäuschungen.

17 Uhr | Eckermann-Buchhandlung Weimar
Podium
carte blanche Rendez-vous de l’histoire Blois

DIE ZUKUNFT GREIFBAR MACHEN:
ZUKUNFTSVORSTELLUNGEN IN ARCHITEKTUR, MALEREI UND DESIGN

Prof. Swen Geiss (Alfter), Prof. Dr. Johannes Myssok (Düsseldorf), Dr. Natalie Scholz (Amsterdam)
Moderation: Prof. Dr. Armin Owzar (Paris)

Zukunftsvorstellungen finden sich nicht nur in politischen Traktaten, in Romanen oder im Film. Auch Architektur, Malerei und Design sind oftmals durchdrungen von Wünschen und Hoffnungen, aber auch von Skepsis und Furcht mit Blick auf die kommenden Zeiten. Allerdings sind solche künstlerischen Projektionen nicht immer leicht zu entschlüsseln. Anhand ausgewählter Beispiele werden uns drei Experten dabei helfen, die in Malerei, Design und Architektur enthaltenen Zukunftsentwürfe zu entziffern und zu interpretieren.

19 Uhr | Galerie/Teestube C.Keller
Modenschau als Festivalabschluss

OPERATION EN VOGUE

Leitung: Modetheater GNADENLOS schick

Wenn man Sie fragen würde, was man beispielsweise 2065, also in 50 Jahren, zum aktuellen Modetrend erklären wird, welche Prognose würden Sie abgeben? In unserem Falle kann man - angeleitet vom prominenten Weimarer Mode- und Kostümtheater GNADENLOS schick - nicht nur theoretisch über die Mode von morgen nachdenken, sondern sie auch (er)finden! Verkleiden und Umkleiden stehen im Vordergrund des Workshops. Mit ungewöhnlichen Materialien wird experimentiert und ausprobiert, um ein neuartiges Kleidungsstück zu entwerfen und umzusetzen. Außerdem können aus dem großen Fundus des Modetheaters eigene Kreationen entstehen, die morgen en vogue sind. Von ratsam bis riskant ist dabei alles möglich.

Ziel, Belohnung und Abschluss dieses Experiments nach zwei Workshoptagen ist die Präsentation der Mode am Sonntag Abend vor einem zu überraschenden Publikum.

 

 

DONNERSTAG, 12 NOV
FREITAG, 13 NOV
SAMSTAG, 14 NOV
SONNTAG, 15 NOV

WORKSHOPS
WEIMARER INNENSTADT