SAMSTAG, 26. NOV 2016

MIT EINEM KLICK AUF DIE EINZELNEN VERANSTALTUNGEN ERFAHREN SIE MEHR.


10 Uhr | Eckermann Buchhandlung Weimar
Podium

RELIGIÖSE SYMBOLE IM ÖFFENTLICHEN RAUM

Dr. Janine Ziegler (Potsdam), Eva Lajarige (Nancy), Dr. Robert Żurek (Krzyżowa/Kreisau)
Moderation: Dr. Andreas Braune (Jena)

Angeheizt durch „Flüchtlingskrise“ und Terrorgefahr wurde in Deutschland ein generelles Burkaverbot diskutiert, während einige südfranzösische Kommunen dazu übergingen, den sogenannten Burkini an ihren Stränden tatsächlich zu verbieten. Dabei waren dies nur die jüngsten Etappen eines alten Streits. Denn immer wieder entbrennt in westlichen Staaten ein gesellschaftlicher Disput darüber, wie viel Religion im öffentlichen Raum erlaubt ist, zu wie viel religiöser Neutralität der Staat verpflichtet ist und wo die Grenzen der freien Religionsausübung liegen. In jedem Land sind diese Streitthemen auch immer ein Spiegel der jeweiligen politischen Kultur und ihres Verhältnisses zur Religion. Der französische Laizismus ist etwas grundsätzlich anderes als die nur lose Trennung von Kirche und Staat in Deutschland oder die starke Rolle des Katholizismus in Ländern wie Polen oder Italien.

12 Uhr | Eckermann Buchhandlung Weimar
Podium

WELCHE ROLLE KÖNNEN INTELLEKTUELLE UND IHRE ZUKUNFTSENTWÜRFE IN DER HEUTIGEN GESELLSCHAFT SPIELEN?

Prof. Dr. Gangolf Hübinger (Frankfurt/Oder), Dr. Eva Oberloskamp (München)
Moderation: Prof. Dr. Thomas Kroll (Jena)

Intellektuelle haben die Entwicklung der modernen Gesellschaft in hohem Maße geprägt. Als Ihre „Geburtsstunde“ gilt die Dreyfus-Affäre in Frankreich am Ende des 19. Jahrhunderts, als Émile Zola und andere Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler in der Öffentlichkeit für die universalen Werte der Aufklärung eingetreten sind. Im Laufe des 20. Jahrhunderts haben Intellektuelle immer wieder um politische Werte gerungen. Doch ist ihre Geschichte zwiespältig: Intellektuelle haben sich auch einspannen lassen für die Legitimierung von Diktaturen und totalitäre Ideologien verbreitet, andere wiederum haben als aufklärerische Kritiker gewirkt und in Krisenzeiten Entwürfe für die Zukunftsgesellschaft entwickelt. Welche Geschichte habe die Intellektuellen und was sind sie heute? Welche Rolle können sie in den Krisen der Gesellschaften am Beginn des 21. Jahrhunderts spielen? Greifen sie noch immer ein, indem sie Werte verteidigen und Orientierungswissen bieten? Diese Fragen werden ausgewiesene Experten am Beispiel von Frankreich und Deutschland diskutieren.

14 Uhr | Eckermann Buchhandlung Weimar
Vortrag

„ROT“ GEGEN „BLAU“, TRUMP GEGEN CLINTON.
AMERIKAS WERTE IM WAHLKAMPF 2016

Prof. Dr. Michael Dreyer (Jena)

Wahlen in den USA sind immer aufregend und immer wichtig für die gesamte Welt, aber selten hat ein Wahljahr dem Wähler so drastisch unterschiedliche Wertvorstellungen unterbreitet wie 2016. Donald Trump und Hillary Clinton stehen für vollkommen getrennte Visionen von Amerika und der Welt – und in den Vorwahlen mussten sie sich mit Gegnern auseinandersetzen, die wiederum ganz andere normative Ideen hatten; nämlich mit dem Sozialisten Bernie Sanders und dem fundamentalistischen Christen Ted Cruz. Seit dem 8. November wissen wir, wer nächster Präsident der USA sein wird. Der Vortrag wird noch einmal das Wahljahr Revue passieren lassen und sich vor allem auf die religiösen und anderen Wertvorstellungen der Kandidaten konzentrieren.



16 Uhr | Eckermann Buchhandlung Weimar
Podium

TWITTER, FACEBOOK, KOMMENTARE UND CO.
WELCHE WERTE WERDEN IN DEN SOZIALEN MEDIEN GELEBT?

Georgios Chatzoudis (Düsseldorf), Christoph Kappes (Hamburg)
Moderation: Dr. Nora Hilgert (Frankfurt/Main)


Ein Blick auf User-Kommentare im Internet, entweder in den sozialen Netzwerken oder als Reaktion auf einen Artikel einer der großen Tages- und Wochenzeitungen, lässt vielfach über die dort angeschlagene Tonart staunen. (Schimpf-)Wörter, die in der direkten Kommunikation nur selten Gebrauch finden, sind dort an der Tagesordnung. Auch die Offenheit mancher Posts erstaunt. Brauchen wir einen Ethik-Kodex im WWW oder ist es endlich mal an der Zeit, Tacheles zu reden? In der Diskussion gehen Experten den in den Sozialen Medien gelebten Werten nach und versuchen, daraus Rückschlüsse auf unser gemeinschaftliches Miteinander zu ziehen.

18 Uhr |Herdersaal im Herderzentrum Weimar
Podium
carte blanche Thüringische Landeszeitung
in Kooperation mit der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Weimar

AM ANFANG WAR DAS WORT…
DIE NEUE ÜBERSETZUNG DER LUTHERBIBEL

Prof. Dr. Christoph Kähler (Leipzig), Hardy Rylke (Weimar)
Moderation: Gerlinde Sommer (Weimar)

Zum Luther-Jubiläum erscheint eine neue Lutherbibel, die für die evangelischen Christen maßgeblich ist. Was diese Übersetzung auszeichnet und warum manches modernisiert, vieles aber sprachlich auf die Quellen zurückgeführt wurde, erklärt der vormalige Landesbischof Professor Christoph Kähler, Vorsitzender des Lenkungsausschusses für die Durchsicht der Lutherbibel, im Gespräch mit Gerlinde Sommer, stellvertretende TLZ-Chefredakteurin.

Warum muss die Lutherbibel denn alle paar Jahrzehnte neu übersetzt werden? Ist das Wortklauberei? Oder müssen alte Übersetzungsfehler korrigiert werden? Warum ist der Wortlaut so wichtig? Und was bedeutet dies in einer Zeit, in der mit Sprache oft schlampig umgegangen wird? Professor Kähler wird nicht nur über den wortmächtigen Luther sprechen, sondern auch darüber, was Worte generell für eine Macht haben – und welchen Veränderungen die Sprache unterliegt.

Die Veranstaltung wird begleitet von Pfarrer Hardy Rylke, der erzählt, wo biblische Texte im Alltag von Christinnen und Christen vorkommen und wie prägend sie sein können.

20 Uhr | Musikschule Johann Nepomuk Hummel Weimar
Vortrag und Gespräch

WELCHEN WERT HABEN HEUTE DIE WERTE?

Friedrich Schorlemmer (Wittenberg)
anschließend Publikumsgespräch moderiert von Fritz von Klinggräff (Genf)

Friedrich Schorlemmer arbeitete als Studentenpfarrer in Merseburg, Dozent am Evangelischen Predigerseminar in Wittenberg und Studienleiter an der Evangelischen Akademie. Er war Mitgründer des Demokratischen Aufbruch und gehört seit 1990 zu den gewichtigen moralischen Stimmen in Deutschland. Zwischen Luther und Willy Brandt, zwischen dem Unbedingten des Glaubens und den Bedingungen der Politik spannt sich der Wertekosmos des ostdeutschen Theologen und Publizisten Friedrich Schorlemmer. Wenn der „Friedenspfarrer“ aus Wittenberg in Weimar nun vom „Wert der Werte“ spricht, dann aber geht es alle Mal um das Unabgegoltene: „Die Frage nach den Werten ist so alt wie die Klage über deren Verlust.“

 

FREITAG, 25 NOV
SAMSTAG, 26 NOV

SONNTAG, 27 NOV

WORKSHOPS
AUSSTELLUNG
POETRY SLAM
INNENSTADT "BOTSCHAFTER"