
Weimar hat Demokratie gewagt
Das erste "Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte" ist erfolgreich zu Ende gegangen. Fast 1000 Gäste unterschiedlicher Generationen haben an drei Tagen die weit mehr als 20 Angebote zum diesjährigen Thema "Wagnis Demokratie/n" besucht. Das erste Geschichtsfestival hat hitzige Diskussionen und lebendige Vorträge geboten. Zudem haben von Schülern geschriebene und komponierte Chansons sowie viele Filme für heitere und auch nachdenkliche Abende gesorgt.
Ein Thema, das die Historiker und Politikwissenschaftler aus Frankreich, Polen und Deutschland immer wieder aufgegriffen haben, war die Personifizierung der politischen Debatte. Beispiele dafür boten Barack Obama, Nicolas Sarkozy und Silvio Berlusconi.
In seiner Eröffnungsrede hatte Dr. Erhard Eppler, Bundesminister a.D., ebenso die Wiedervereinigung vor 20 Jahren thematisiert. Eppler sagte wörtlich: "Was 1989 auf 1990 zur Einheit führte, hätte zum Triumph der deutschen Demokratie werden können…Dass diese Chance nicht genutzt wurde, zeigt sich auch daran, dass die wachsende Skepsis gegenüber der demokratischen Staatsform heute im Osten noch größer ist als im Westen."
Zum ersten "Rendez-vous mit der Geschichte" haben die internationalen Fachleute gemeinsam mit dem Publikum den Demokratiebegriff in verschiedenen zeitlichen und kulturellen Kontexten diskutiert. Hinterfragt wurden dabei auch die Demokratie/n in ihrer Wirkung und Konkurrenz zu anderen Systemen.
Dr. Thomas Serrier, Sprecher des wissenschaftlichen Beirates, sagte, insgesamt habe das erste Geschichtsfestival lebendige Debatten ausgelöst, die für Wissenschaftler und Gäste gleichzeitig fruchtbar gewesen seien.
Das Fazit nach drei Tagen demokratischer Diskurse von Dr. Erhard Eppler: "Die fehlerlose Demokratie gibt es nicht. Die ungefährdete Demokratie gibt es auch nicht. Aber es lohnt sich, für eine lebendige Demokratie einzutreten."