SAMSTAG, 14. NOV 2015

MIT EINEM KLICK AUF DIE EINZELNEN VERANSTALTUNGEN ERFAHREN SIE MEHR.

10 Uhr | Eckermann-Buchhandlung Weimar
Podium

DER ZERSTÖRTE TRAUM?
GESCHICHTE, GEGENWART UND ZUKUNFT VON UTOPIEN


Prof. Dr. Martin Sabrow (Potsdam), Dr. Luc Jochimsen (Hamburg),
Prof. Dr. Mathias Lindenau (St. Gallen)
Moderation: Dr. Andreas Braune (Jena)

Im Jahr 1516 veröffentlichte der englische Humanist Thomas Morus einen fantastischen Roman unter dem Titel "Utopia". Seitdem gehören Vorstellungen ferner Orte und Zeiten, an denen die zentralen Menschheitsprobleme gelöst sind, zum Grundrepertoire menschlichen Nachdenkens. Mit den Herausforderungen wandelten sich im Laufe der Jahrhunderte auch die erträumten, erhofften und fantasievoll ausgemalten Utopien. Auch an Versuchen, sie umzusetzen, ist die Geschichte nicht arm. Im kleinen Maßstab wie in den israelischen Kibbuzim oder utopischen Gemeinschaftsgründungen bilden sie Laboratorien dafür, was so alles unter Menschen möglich ist. Im großen Maßstab können sie aber erheblichen Schaden anrichten. Seit die realexistierende Variante der wohl einflussreichsten Gesellschafts-Utopie, der Kommunismus, gescheitert ist, erscheint utopisches Denken und Handeln als diskreditiert. Dabei mangelt es nicht an Problemen, bei deren Lösung durchaus auch Fantasie gefragt ist. Wo bleiben also die ökologischen, sozialen, politischen Utopien des 21. Jahrhunderts?

12 Uhr | Eckermann-Buchhandlung Weimar
Podium
in Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin, Filiale Leipzig

VORWÄRTS . . . UND SCHON VERGESSEN ?
ERINNERUNG AN DIE HOFFNUNGEN 1989

Ulrike Poppe (Berlin), Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej (Warschau),
Dr. Kirill Levinson (Moskau)
Moderation: Dr. Justus H. Ulbricht (Dresden)


Das „annus mirabilis“ der jüngsten europäischen Geschichte – 1989 – liegt nun auch schon über 25 Jahre zurück. Wo sind sie geblieben, die Visionen der Bürgerrechtler, mutigen BürgerInnen und engagierten Politiker, die einst „die Wende“ in ihren jeweiligen Ländern mit befördert haben? Feiern wir 2014/2015 ein Jubiläum untergegangener Hoffnungen, verblasster Visionen und enttäuschter Utopien? Oder gilt es, sich an den Aufbruch von damals so zu erinnern, dass Kritik und konstruktiver Widerspruch heute weiterhin möglich sind?

14 Uhr | Eckermann-Buchhandlung Weimar
Podium
in Kooperation mit dem U.S. Consulate General Leipzig

WAS IST NOCH PRIVAT? SIND ÜBERWACHUNG UND BIG DATA UNSERE ZUKUNFT?

Dorothea Marx (Erfurt), Prof. Dr. Jörn Lamla (Kassel), Prof. Crister S. Garrett (Leipzig)
Moderation: Dr. Nora Hilgert (Frankfurt am Main) 


Leben wir heute in der Zukunft, die George Orwell sich für das Jahr 1984 ausmalte? Die Enthüllungen über die Überwachungsprogramme der westlichen Geheimdienste und die Datensammelwut der großen Internetkonzerne haben den gläsernen Bürger scheinbar Wirklichkeit werden lassen. Wie können wir dem in Zukunft begegnen? Und können wir aus vergangenen Warnungen noch etwas lernen?

15 Uhr | Stadtmuseum Weimar
Podium

EIN BESUCH IN DER ZUKUNFT.
WELTAUSSTELLUNGEN GESTERN UND HEUTE

Till Deiniger (Frankfurt/Main), Dr. Steffen Sammler (Braunschweig),
Prof. Dr. Johann Chapoutot (Paris)
Moderation: Severin Schmidt (Bonn)

Schon mit der allerersten Weltausstellung 1851 in London und ihrem „Crystal Palace“ etablierte sich dieses Format als zentraler Ort der Zukunftsprojektion. Wie werden wir morgen leben, arbeiten, wohnen, reisen? Oder auf der Mailänder Expo diesen Jahres: Was werden wir essen? Weltausstellungen waren und sind die Laboratorien der technologischen, architektonischen, ästhetischen und konsumorientierten Moderne, die ausloten, was morgen schon die Realität eines jeden sein könnte. Der Direktor des Deutschen Pavillons in Mailand und zwei Historiker diskutieren das Gestern und Heute der Ausstellung des Morgen.

16 Uhr | Eckermann-Buchhandlung Weimar
Gespräch


DIE WEIMARER KLASSIK – EIN UTOPISCHES PROJEKT?

Hellmut Seemann (Weimar) im Gespräch mit Dr. Frithjof Reinhardt (Bad Berka)

Auf den ersten Blick verbindet die „Weimarer Klassik“ mit dem Begriff der „Utopie“ wohl nur, dass beide nicht eben en vogue sind. Utopisches Denken war vor bald einem halben Jahrhundert in aller Munde, aber heute? Schon die Vision ist in Verruf. Allenfalls Pläne darf man haben, realistische, machbare. Aber auch um 1800 kann von utopischem Aufbruch in Weimar zunächst keine Rede sein. In der Französischen Revolution war utopisches Potential in die Geschichte eingetreten, aber gerade die Klassik in Weimar wollte ein wirksames Antidot sein, durch das die wilde Unordnung der blutigen Revolution zurückzudrängen wäre. Aber zugleich wussten die Klassiker, dass die Büchse der Pandora, einmal geöffnet, nicht wieder verschlossen werden kann. So ergibt sich am Ende für sie die Notwendigkeit, gerade weil sie das Utopische ihrer Gegenwart ablehnten, mit dem Risiko realer Utopie umzugehen, selbst utopisch zu denken, oder eben: die Sphäre der Kunst als einen utopischen Entwurf der Freiheit zu entfalten.

17 Uhr | Stadtmuseum Weimar
Podium

DER „NEUE MENSCH“ ODER WIE SICH VERGANGENE UTOPIEN DEN IDEALEN MENSCHEN VORSTELLTEN


Jun.-Prof. Dr. Anne Kwaschik (Berlin), Prof. Dr. Jörn Düwel (Hamburg), Prof. Dr. Bernd Wedemeyer-Kolwe (Hannover)
Moderation: Prof. Dr. Yvonne Kleinmann (Halle)

Seitdem Menschen über ihre Geschichte nachdenken, spekulieren sie auch über ihre Zukunft und ihre eigene Entwicklungsfähigkeit. Alle großen Religionen haben eine Schöpfungsordnung und Bilder von einem idealen Menschen entworfen. Nach dem Mittelalter wurden diese aufgegriffen und in Utopien von einem „neuen Menschen“ überführt, die auf die ideale menschliche Gemeinschaft, den perfekten Körper, die optimale Ausbeutung des Menschen oder auch auf seine künstliche Reproduktion zielten. Die TeilnehmerInnen der Diskussionsrunde präsentieren drei historische Entwürfe von einem „neuen Menschen“: zum ersten geht es um die „neuen Frauen und Männer“ im französischen Frühsozialismus, die schon vor der Revolution der Jahre 1848/49 theoretische Entwürfe eines Idealstaates und kollektiven Eigentums formulierten. Gegenstand des zweiten Beitrags sind Körperutopien in der Weimarer Republik, vor allem alternative und provokative Menschenentwürfe, die durch eine neue demokratische Ordnung ermöglicht wurden. Und die dritte Präsentation öffnet den Blick in die sowjetische Weltraumarchitektur der 1960er und 70er Jahre und reflektiert über die Bedeutung des Weltraums für den „neuen Menschen“ und eine neue Gesellschaft. Gemeinsam gehen die Referenten der Frage nach, unter welchen Bedingungen Utopien vom „neuen Menschen“ besonders gedeihen und wie ihre Erfinder zu beschreiben sind.

18 Uhr | Eckermann-Buchhandlung Weimar
Podium

NAPOLEONS ENDE UND EUROPAS HOFFNUNG - DER WIENER KONGRESS 1815

Prof. em. Dr. Dr. h.c. Heinz Duchardt (Mainz), Prof. Dr. Thomas Kroll (Jena), PD Dr. Franziska Sabine Schedewie (Jena)
Moderation: Dr. Justus H. Ulbricht (Dresden)


„Am Anfang war Napoleon“ - beginnt eine deutsche Geschichte des 19. Jahrhunderts. Als „der Korse“ am Ende war, versuchten die Mächte Europas, ihre Welt neu zu ordnen. Die einen hofften auf die Wiederherstellung des Ancien Regime, die anderen darauf, dass der Freiheitsfunke der Französischen Revolution weiter zünden werde….für ein Feuer der inneren Freiheit von Volk und Nation. Der Wiener Kongress wurde zur Bühne neuer Hoffnungen, politischer Absichten und nationaler Träume. Was davon wurde Wirklichkeit? Was davon ist heute noch Teil einer nationalen Erinnerung?

20 Uhr | Notenbank Weimar
Musikalischer Abend
carte blanche Verein Weimarer Republik e.V.

„ES LIEGT IN DER LUFT…“
EIN ABEND MIT LIEDERN AUS DEN 20ER JAHREN

um Anmeldung wird gebeten unter info@weimarer-rendezvous.de

mit Sigrid Grajek (Gesang) & Regina Knobel (Piano)

„Es liegt in der Luft was Hypnotisches, … und es geht nicht mehr raus aus der Luft!“
Dieses Zitat aus der Revue "Es liegt in der Luft" (1928) beschreibt trefflich die Atmosphäre der 20er Jahre. Diese besondere Stimmung ist in Liedern und Couplets auf virtuos-heitere Weise festgehalten. Ob das „Dornröschen vom Wedding“ auf den Grafen hofft, der sie aus dem Klosett holt, der Rat „Nehm Se’n Alten“ gegeben oder die Frage „Was braucht der Berliner, um glücklich zu sein?“ gestellt wird: Die Menschen wollten ihr Leben gestalten, waren neugierig auf die Zukunft.
Der Abend verspricht eine charmante musikalische Reise in eine faszinierende Zeit!

 

DONNERSTAG, 12 NOV
FREITAG, 13 NOV
SAMSTAG, 14 NOV
SONNTAG, 15 NOV

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